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Strafverfolgung per Facebook – Ein NO GO !

Schuldig bei Verdacht

„Lasst uns das Schwein tothauen“, schrieb ein 18-Jähriger bei Facebook.
Und das, weil die Behörden Informationen zum Ermittlungsverfahren preisgaben, die dann auf offenbar fragwürdige Weise gedeutet wurden.

Datenschützer in Sorge

Was in den Facebook-AGB steht gilt. Persönliche Änderungen daran sind nicht möglich: https://www.facebook.com/policies
Und wenn sogar der amerikanische Präsident seinen Töchtern die Teilnahme an diesem sozialen Netzwerk als „zu gefährlich“ untersagt, bedarf es wohl keiner weiteren Kommentare. [1]

Nachdem sowohl der niedersächsische Datenschutzbeauftragte als auch das Justizministerium in Hannover Bedenken erhoben hatten, war die Facebook-Fahndung im Januar 2012 vorübergehend eingestellt worden. Da es sich bei den Ermittlungen nur um Verdachtsfälle handelt, könnten Menschen, deren Unschuld sich später herausstellt, wegen der dauerhaften Speicherung einmal veröffentlichter Daten auf Facebook dauerhaft an den Pranger gestellt werden

Auf Druck der irischen Datenschützer schaltete Facebook erst im September für Europa seine automatische Gesichtserkennungssoftware ab, die Personen erkennen kann, die auf den Fotos von Nutzern abgebildet sind.

So sei die Weitergabe von Daten an ein im Ausland tätiges Unternehmen wie Facebook mit deutschem Recht unvereinbar.

Selbst die Polizei sieht die Probleme solcher Maßnahmen. „Wenn wir dabei Fotos etwa von vermissten Personen veröffentlichen, bekommt man die Bilder hinterher natürlich nie wieder aus dem Netz“, gibt sie zu.

Und Vermißte sind dabei noch der harmlosere Teil, da sie als (theoretische) Opfer von Straftaten wohl eher keinem ungerechtfertigten sozialen Druck ausgesetzt werden. Viel drastischer dagegen sind Fälle, in denen, im Zusammenhang mit schweren Straftaten, meist über Fotos nach Personen gesucht wird, die als Täter in Frage kommen.

Schnell sind hier durch Irrtümer und Verwechslungen irreparable Schäden entstanden, wie im Emdener Fall. Das Hauptproblem dabei ist, dass einmal ins Internet gestellte Daten sich nicht wieder Rückstandsfrei entfernen lassen, da diese – teilweise durch automatische Bots – in alle Enden des Netzes kopiert werden können, ohne dass eine Kenntnis über diesen Kopiervorgang möglich ist.

Datenschützer sind auch die anonymen Hinweise an die Polizei per Facebook ein Dorn im Auge, da sie von den Firmen-Administratoren gelesen werden könnten.

siehe auch: EU-Datenschutzgrundverordnung

[1] http://www.n-tv.de/mediathek/bilderserien/unterhaltung/Erwachsen-werden-mit-Malia-und-Sasha-article7700136.html


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